Blumen im Juli pflanzen: Diese Sorten lassen Beete und Kübel bis zum Spätsommer erstrahlen
Der Juli ist nicht nur die Zeit, in der Pflanzen vor großer Hitze geschützt werden müssen. Gleichzeitig entstehen in vielen Gärten die ersten Lücken: Die Frühlingsblüher sind verblüht und manche Sommerblumen verlieren bereits an Kraft. Mit den richtigen Pflanzen lassen sich Beete und Kübel jedoch ganz einfach neu beleben – ohne den Garten komplett umzugestalten.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in kräftigen, gut entwickelten Pflanzen, einem lockeren und gut durchlässigen Boden sowie einer sorgfältigen Bewässerung in den ersten Tagen nach dem Einpflanzen. So können die neuen Blumen schnell anwachsen und den Garten bis in den Spätsommer hinein mit Farbe füllen.
Warum sich das Pflanzen im Juli lohnt
Eine Nachpflanzung im Juli hat einen entscheidenden Vorteil: Es werden nur die Bereiche ergänzt, die tatsächlich Farbe verloren haben. Leere Stellen in Beeten, sonnige Ecken oder große Pflanzkübel lassen sich gezielt verschönern.
Besonders geeignet sind robuste Arten wie:
- Tagetes
- Rudbeckien
- Sedum (Fetthenne)
- Perovskia (Blauraute)
- Lantana (Wandelröschen)
- Gaillardia (Kokardenblume)
Diese Pflanzen vertragen intensive Sonneneinstrahlung deutlich besser als viele empfindliche Sommerblumen. Mit einer tiefen Bewässerung und einer leichten Mulchschicht bleiben sie auch während heißer Wochen attraktiv.
Die richtigen Bedingungen schaffen
Auch widerstandsfähige Pflanzen benötigen nach dem Einsetzen etwas Unterstützung. Gerade im Juli verfügen sie noch über kein weit verzweigtes Wurzelsystem und reagieren empfindlich auf starke Mittagssonne oder Trockenheit.
Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden:
- Wie viele Sonnenstunden der Standort erhält.
- Ob Beet oder Kübel ausreichend tief sind.
- Ob das Substrat locker und wasserdurchlässig ist.
- Ob genügend Platz für die Wurzelentwicklung vorhanden ist.
Nur unter passenden Bedingungen entwickeln sich die Pflanzen langfristig gesund.
Die schönsten Sommerblumen für eine lange Blüte
Tagetes
Tagetes zählen zu den unkompliziertesten Sommerblumen. Ihre gelben, orangefarbenen oder roten Blüten bringen sofort Farbe in Beete und Kübel. Werden verwelkte Blüten regelmäßig entfernt, bilden sich bis weit in den Herbst neue Knospen.
Rudbeckien
Mit ihren leuchtend gelben Blüten und der dunklen Mitte ziehen Rudbeckien sofort alle Blicke auf sich. Beim Pflanzen empfiehlt sich ein großzügiges Pflanzloch mit reifem Kompost. Während der ersten Tage sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden.
Sedum und Perovskia
Wer nicht nur Blüten, sondern auch interessante Strukturen im Garten möchte, trifft mit Sedum und Perovskia eine ausgezeichnete Wahl. Sedum entwickelt dekorative Blütenschirme bis in den Herbst hinein, während Perovskia mit silbergrauem Laub und violett-blauen Blüten elegante Akzente setzt.
Beide Pflanzen bevorzugen durchlässige Böden. Bei schweren, lehmigen Standorten empfiehlt es sich, Sand oder mineralisches Material einzuarbeiten, damit überschüssiges Wasser problemlos abfließen kann.
So gelingt das Einpflanzen im Hochsommer
Das Einpflanzen sollte möglichst am frühen Morgen oder am Abend erfolgen.
Dabei empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Den Wurzelballen vor dem Pflanzen gründlich wässern.
- Das Pflanzloch bereits vorbereiten.
- Den Wurzelballen möglichst unbeschädigt einsetzen.
- Den Wurzelhals auf gleicher Höhe wie zuvor belassen.
- Langsam direkt an der Pflanze gießen.
- Eine dünne Mulchschicht aufbringen, ohne den Stängel zu bedecken.
Wichtige Voraussetzungen für gesundes Wachstum
Vor dem Einpflanzen sollten einige Punkte überprüft werden:
- Pflanzkübel sollten mindestens 25 bis 30 cm tief sein.
- Abflusslöcher dürfen nicht verstopft sein.
- Pflanzen aus schattigen Gärtnereien sollten langsam an direkte Sonne gewöhnt werden.
- In den ersten Tagen gründlich gießen und die Wassermenge anschließend an Wetter und Boden anpassen.
Dünger erst nach dem Anwachsen
Frisch eingesetzte Pflanzen sollten zunächst ihre Wurzeln entwickeln. Deshalb ist eine sofortige Düngung meist nicht sinnvoll. Bei hochwertiger Pflanzerde reicht es aus, etwa zehn Tage zu warten und anschließend sparsam mit einem flüssigen Blumendünger zu arbeiten.
Vor allem in stark aufgeheizten Pflanzkübeln kann eine Überdüngung zu zusätzlichem Stress führen.
Harmonische Kombinationen für Beet und Balkon
Ein besonders schönes Gesamtbild entsteht durch unterschiedliche Wuchshöhen:
- Vordergrund: Tagetes oder Gaillardia
- Mittlere Ebene: Rudbeckien oder Lantana
- Hintergrund: Perovskia oder filigrane Ziergräser
In Pflanzkübeln sollte man nicht zu viele stark wachsende Arten kombinieren. Zwei oder drei gut platzierte Pflanzen wirken meist harmonischer und sorgen gleichzeitig für eine bessere Luftzirkulation.
Auch bei der Farbgestaltung gilt: Weniger ist oft mehr. Gelb, Orange und Violett bilden eine lebendige, aber ausgewogene Kombination. Auf kleinen Balkonen wirken Cremeweiß oder zarte Rosatöne oft ruhiger. Das silbergraue Laub von Perovskia oder Santolina verbindet verschiedene Farben besonders elegant.
Kontrolle nach einer Woche
Etwa sieben Tage nach dem Einpflanzen lohnt sich ein erster Kontrollgang. Bilden sich neue Triebe, haben sich die Pflanzen gut eingewöhnt. Sollten einzelne Blüten welken, während die Blätter gesund bleiben, empfiehlt es sich, die verblühten Blüten zu entfernen. So kann die Pflanze ihre Kraft in die Wurzelbildung investieren.
Mit der richtigen Pflanzenauswahl, ausreichend Platz, gezielter Bewässerung und etwas Geduld verwandeln sich selbst im Juli noch leere Beete und Pflanzkübel in farbenfrohe Blickfänger, die bis zum Ende des Sommers ihre volle Schönheit entfalten.